Das Saarland auf dem Weg zum Fairen Bundesland

Unter dem Motto „Im kleinen Saarland entsteht etwas Großes“ luden die Fairtrade Initiative Saarland und TransFair e.V. zu einer gemeinsamen Fachtagung am 8.März 2017 nach Saarbrücken ein, um Richtlinien für die Entwicklung zum Fairtrade-Bundesland bekanntzugeben. Es folgten verschiedene Workshops und Diskussionsrunden. Weitere Infos mit Foliendownloads unter www.faires-saarland.de. Hier zum allgemeinen Bericht bei Fairtrade Deutschland (TransFair e.V.).

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Saarland

Das Saarland auf dem Weg zu einem Fairtrade Bundesland. Ziel ist, die Vorzeigerolle im Fairen Handel weiter auszubauen. Am 8.3.2017 fand eine Tagung mit der Auszeichnung St. Ingbert und Blieskastel als Fairtrade Towns statt.

Der faire Handel ist im Koalitionsvertrag zwischen CDU Saar und SPD Saar verankert

Hier der Auszug aus dem Vertrag vom Mai 2017

Hier können Sie den Koalitionsvertrag zwischen CDU Saar und SPD Saar für die 16. Legislaturperiode des Landtages downloaden:

www.saarbruecker-zeitung.de/koalitionsvertrag

Koalitionsvertrag CDU / SPD

Für die Zukunft unseres Landes.

Solide wirtschaften – mutig gestalten – mehr investieren.
Koalitionsvertrag für die 16. Legislaturperiode
des Landtages des Saarlandes (2017-2022)

Dokument Seite. 92 (PDF S. 94):

11 Entwicklungszusammenarbeit
Die Landesregierung hat in einem breit angelegten Dialog mit allen entwicklungspolitisch engagierten Nichtregierungsorganisationen Leitlinien der Entwicklungszusammenarbeit des Saarlandes erstellt. Wir werden die dort formulierten Handlungsfelder, orientiert an dem Leitbild einer globalen nachhaltigen Entwicklung konsequent weiter verfolgen. Ebenso haben wir für die Förderung der engagierten Arbeit der Nichtregierungsorganisationen eine solide und verbesserte Grundlage geschaffen und werden auf dieser Basis die Arbeit der Initiativen weiterhin unterstützen.

Wesentliche der im Saarland vorhandenen Schwerpunkte und Kompetenzen liegen in den Bereichen „Globales Lernen“ und „Fairer Handel/Nachhaltige Beschaffung.“ Wir haben mit fairer
und nachhaltiger Beschaffung begonnen sowie globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung bundesweit vorbildlich vorangebracht. Dies zeigt sich in der im bundesweiten Vergleich höchsten Anzahl fairer Schulklassen, die Universität des Saarlandes ist faire Hochschule und die Landeshauptstadt Saarbrücken ist Hauptstadt des fairen Handels. Diesen Weg wollen wir weitergehen: Das Saarland soll das erste faire Bundesland werden. Um dies zu erreichen, wollen wir die öffentliche Beschaffung nach und nach auf faire und regionale Produkte umstellen und global verantwortliche Bildungsarbeit weiter voranbringen.

Das Saarland auf dem Weg zum fairen Bundesland

Vorzeigerolle im Fairen Handel weiter ausbauen

Podiumsdiskussion "Das Saarland auf dem Weg zum fairen Bundesland" im Mühlenviertel, Saarbrücken am 7.2.2017

Podiumsdiskussion "Das Saarland auf dem Weg zum fairen Bundesland" im Mühlenviertel, Saarbrücken am 7.2.2017

SPD: Helfen kein Luxus – „Geiz ist geil“ war Gift für die Gesellschaft

Alle Fraktionen sich einig – den Fairen Handel gilt es saarlandweit zu unterstützen.

Saarländische Politiker standen Fachpublikum und interessierten Bürgern am Dienstagabend bei der Podiumsdiskussion “Politisch aktiv für den Fairen Handel – Das Saarland auf dem Weg zum Fairtrade Bundesland” im Saarbrücker Mühlenviertel Rede und Antwort.

Fleurance Laroppe von der Fairtrade Initiative Saarbrücken/Saarland (FIS) erläuterte Standards wie das Fairtrade Siegel und das Textilsiegel WFTO, die auch bei der grenzübergreifenden International Fair Trade Towns Conference am 15-17.September 2017 in Saarbrücken und den Städten von Quattropole in Metz, Luxemburg und Trier eine Rolle spielen werden.

Stefan Thielen CDU sah in der Zertifizierung des Saarlandes als faires Bundesland einen Wettbewerbsvorteil und Chancen für Unternehmen.

Anke Rehlinger SPD forderte mehr Bewusstsein für Fairen Handel in der regionalen Beschaffung. Fairgehandelte Uniformen für Feuerwehr und Polizei können als Vorbild für die heimische Wirtschaft gelten. “Die Geiz ist geil”-Mentalität hat eher geschadet. Heutzutage würden die Menschen durch die Digitalisierung schneller globale Zusammenhänge wie z.B. über die Fluchtbewegungen in Afrika erkennen. Die Nachfrage nach Fairem Handel sollte durch Bildung an Schulen verstärkt werden.

Lea Laux von den Piraten sprach die erfolgreiche Bewerbung des Fairen Handels an saarländischen Schulen an und wünschte sich für das IT-Land Saarland eine faire IT und OpenSources weltweit.

Dennis Lander von den Linken wollte internationale Fairtradesiegel, dabei solle das Saarland vorangehen.

Soziale, ökonomische und ökologische Standards sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung seien wichtig, so Tina Schöpfer (B90/die Grünen). Sie verwies auf das Engagement der Stadt Saarbrücken für faire Steine im Straßenbau und für zukünftig geänderte Friedhofssatzungen. Sie suche nach verlässlichen Labels in der Kleidung und sprach von einer stärkeren Förderung der Ökolandwirtschaft im Lande als derzeit.

Politiker aller Fraktionen waren sich einig, dass die europäische Überproduktion z.B. bei der Milch bäuerlich-geprägte Wirtschaftsstrukturen hier und weltweit langfristig schade. Weniger Wachstum dürfe der Preis für nachhaltige Entwicklung sein, so Laux von den Piraten. Die Globalisierung habe aber Millionen Menschen aus der Armut geholfen, gab Thielen zu bedenken. Der Freihandel sei gescheitert, warf Lander ein.

Mindestlöhne, Tarifbindung sowie verbindliche Abnahmeverträge sollen die Wirtschaft stabil halten, so Rehlinger. Bundesweite Entwicklungsprogramme sollen der Hilfe zur Selbsthilfe dienen. Hier sei der Faire Handel mit seinen vier Kriterien u.a. der Zahlung einer Sozialprämie für gemeinschaftliche Projekte vorbildlich, befanden die Teilnehmer. Lamine Conté von Haus Afrika e.V. als FIS-Kooperationspartner wünschte sich von Seiten des Publikums verantwortlich und vorbildlich denkende Politikerpersönlichkeiten.

 

Zur Erläuterung:

Das Saarland geht als Vorbild für Engagement zum Fairen Handel voran. Nicht nur die erste bundesweite Auszeichnung für Saarbrücken als Fairtrade-Stadt 2009 und für die Universität des Saarlandes als Fairtrade-University 2014, sondern auch der Titel für fünf weitere Städte und Landkreise sowie acht Fairtrade-Schools sind hierfür ein Zeichen. Hinzu kommt der Titel „Saarbrücken, Hauptstadt des Fairen Handels 2015-2017“.

Podiumsdiskussion "Das Saarland auf dem Weg zum fairen Bundesland" (von links nach rechts: Stefan Thielen CDU, Dennis Lander Die Linke, Lea Laux Die Piraten, Tina Schöpfer B90/Grüne, Anke Rehlinger SPD )

Podiumsdiskussion "Das Saarland auf dem Weg zum fairen Bundesland" (von links nach rechts: Stefan Thielen CDU, Dennis Lander Die Linke, Lea Laux Die Piraten, Tina Schöpfer B90/Grüne, Anke Rehlinger SPD )

Auszeichnung in Saarlouis am 11. November

300. Fairtrade School in Deutschland

Anne Frank Schule Auszeichnungsfeier zur 300. Fairtrade School Deutschlands

Anne Frank Schule Auszeichnungsfeier zur 300. Fairtrade School Deutschlands

Köln/Saarlouis, 11. November 2016: Die Kampagne Fairtrade-Schools erreicht eine neue Zielmarke: Am Freitag, den 11. November, wurde die Anne-Frank-Schule in Saarlouis zur
300. Fairtrade-Schule in Deutschland ausgezeichnet. Der Verein TransFair verleiht Schulen den Titel, die sich in besonderer Weise mit dem Thema fairer Handel beschäftigen und ihn in ihren Unterricht sowie in schulische und außerschulische Aktivitäten einbinden.

Die Schule von heute ist fair und nachhaltig
Was 2012 in Nordrhein-Westfalen begann, hat einen bundesweiten Domino-Effekt ausgelöst.
Die Kampagne Fairtrade-School zeichnet Schulen für ihr Engagement zum fairen Handel aus und unterstützt sie dabei, ihn in allen wesentlichen Schulstrukturen zu verankern. Die Anne-Frank Schule in Saarlouis hat die fünf Kriterien für den Titel „Fairtrade-School“ mit Bestnote erfüllt.
Ein Schulteam mit insgesamt 20 Lehrkräften, Schülern, Eltern sowie der Schulleitung hat die Bewerbung in die Hand genommen und plant die Fair-Handels-Aktivitäten an der Schule.
In Abstimmung mit der Schulleitung wurde der so genannte „Fairtrade-Kompass“ erstellt, an dem sich die Schule auf ihrem Weg zur Fairtrade-School orientiert. Im Schulkiosk finden sich fair gehandelte Produkte und zu Weihnachten sollen zum ersten Mal faire Schoko-Nikoläuse verkauft werden. In mehreren Klassenstufen haben Schüler im Unterricht bereits alles über den fairen Bananen-Anbau, den Weg vom Kakao zur Schokolade sowie über die Reise einer Jeans gelernt. Das diesjährige Schulfest stand unter dem Motto „Fair geht vor“ und verwöhnte die Besucher mit fairem Eis und weiteren selbst gemachten Produkten aus fairen Zutaten.
Die Kampagne zeigt, dass der faire Handel auch junge Menschen begeistern kann. Jasmine Conrad und Jasmin Bialas aus dem Schulteam sind sich einig: „Fairtrade ist cool, weil Kinder in ärmeren Ländern die Möglichkeit bekommen, die Schule zu besuchen. Die Kampagne Fairtrade-Schools macht Spaß, weil die gesamte Schule die Thematik behandelt.“


Die Förderschule feierte die Auszeichnung mit einem bunten Programm und geladenen Gästen, unter anderem vom saarländischen Ministerium für Bildung und Kultur und dem Landkreis Saarlouis. Schulleiterin Sabine Speicher liegt das Thema fairer Handel am Herzen: „Gerade als Anne-Frank-Schule kann Wegschauen für uns keine Option sein.

Wir sehen uns in der Verantwortung das Bewusstsein unserer Schüler/innen zu schärfen bezüglich der unwürdigen Lebens- und Arbeitsbedingungen von Menschen in anderen Ländern. Und ihnen zu verdeutlichen, dass wir deren Leben mit unserem Konsumverhalten mitgestalten.“

Faires Engagement im Saarland
Das Saarland ist beim fairen Handel ganz vorne mit dabei. Saarbrücken wurde im Jahr 2009 zur ersten Fairtrade-Stadt in Deutschland ausgezeichnet und ist zudem „Hauptstadt des Fairen Handels 2015“. Drei weitere Städte und zwei Landkreise wurden bereits für ihr Engagement gewürdigt, darunter auch die Stadt Saarlouis. Auch der gleichnamige Landkreis strebt eine Auszeichnung an. Und seit Mai 2014 trägt die Universität des Saarlandes in Saarbrücken als erste Hochschule bundesweit den Titel „Fairtrade-University“. In Saarlouis wird vorgelebt, wie gewinnbringend eine Vernetzung auf kommunaler Ebene sein kann. Schule, Stadt und Land unterstützen sich gegenseitig in ihrem Fair-Handels-Engagement. Dies zeigt sich unter anderem an der politischen Präsenz bei der Auszeichnungsfeier.  Der hohe Stellenwert, den der faire Handel im Saarland einnimmt, ist der Fairtrade Initiative Saarbrücken (FIS) zu verdanken. Durch zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen engagiert sie sich für mehr Gerechtigkeit in der Einen Welt mit Schwerpunkt auf dem fairen Handel. Im Rahmen der Bildungsarbeit können Schulen bundesweit den Titel "Faire Schulklasse - Klasse des Fairen Handels" erlangen.

Ansprechpartner:

Für TransFair e.V.
Claudia Brück
Geschäftsführender Vorstand Kommunikation, Politik und Kampagnen
Remigiusstraße 21 · 50937 Köln
Tel.: 0221 - 94 20 40 -31
E-Mail: presse@fairtrade-deutschland.de
http://www.fairtrade-deutschland.de

Für die Fairtrade Initiative Saarbrücken
Wynnie Mbindyo
Bildungsarbeit
Neugäßchen 19 · 66111 Saarbrücken
Tel.: 0176 2033 99 15
E-Mail: kangwana2@hotmail.com
http://www.faires-saarbruecken.de/

Hintergrund:

Der Verein TransFair e.V. wurde 1992 mit dem Ziel gegründet, benachteiligte Produzentengruppen in Entwicklungsländern zu unterstützen. Als unabhängige Organisation handelt TransFair e. V. nicht selbst mit Waren, sondern setzt sich für mehr fairen Handel und nachhaltigen Konsum ein. www.fairtrade-deutschland.de TransFair gehört zum internationalen Verbund Fairtrade International e.V., in dem Fairtrade Organisationen  aus 25 Ländern und die drei kontinentalen Produzentennetzwerke zusammengeschlossen sind. Fairtrade International entwickelt die international gültigen Fairtrade-Standards. www.fairtrade.net  Alle beteiligten Akteure entlang der Lieferkette werden regelmäßig von FLOCERT GmbH kontrolliert. Die Gesellschaft arbeitet mit einem unabhängigen und weltweit konsistenten Zertifizierungssystem nach den Anforderungen der Akkreditierungsnorm ISO 17065 (DIN EN 45011). www.flocert.net.

 

Als regionale Plattform mit 25 Kooperationspartnern setzt sich die Fairtrade Initiative Saarbrücken (FIS) für den Fairen Handel im Saarland und in der Grenzregion ein. FIS ist außerdem ein operatives internationales Team, das fortlaufende Aktivitäten in allen Gesellschaftsbereichen durchführt. FAIR.führerisch klären die "BotschafterInnen des Fairen Handels" auf, und zwar bei öffentlichen Veranstaltungen, in Behörden, auf dem Campus sowie in Schulen. Um den Bildungsbereich zu stärken hat FIS zwei eigene Wettbewerbe für Faire Kitas und für Faire Klassen initiiert (www.faire-klasse.de). Und nicht zuletzt: mit großer Begeisterung treibt FIS zwei neue große Projekte voran: "Machen wir das Saarland zum Fairtrade-Bundesland!" und "die Ausrichtung der International Fair Trade Towns Conference 2017".