Fairtrade Initiative Saarbrücken » FAIRE Info » Jahresrückblick 2017

Jahresrückblick 2017

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz mit der Saarbrücker Fair-Trade-Initiative

Oberbürgermeisterin Charlotte Britz mit der Saarbrücker Fair-Trade-Initiative

Am Anfang des Jahres 2017 hat FIS zum Neujahrsempfang ins Saarbrücker Mühlenviertel eingeladen. Im Mittelpunkt der Vorsätze stand die gute Durchführung der im September anstehenden international ausgerichteten Fair Trade Towns Conference in Zusammenarbeit mit den Quattro Pole Städten Metz, Trier und Luxemburg. Eine EU_Debatte zu einer weltweit faireren Handelspolitik sowie die Projekte der vielen Teilnehmer aus dem globalen Süden waren im Focus. 20 Saarbrücker Einzelhändler beteiligten sich am ersten Schaufensterwettbewerb „Fairer Handel“ mit großer Resonanz. www.quattrofair.org

Ausgehend vom Engagement in Saarbrücken und weiterer Kommunen im Saarland macht sich nun die Region mit der Kampagne „SAAR.voir FAIR" auf dem Weg zum Fairtrade-Bundesland. Im März kam es zu einer Auftaktveranstaltung unter der regionalen Federführung von FIS mit über 90 fair-engagierten oder interessierten MitarbeiterInnen aus Kommunen, Bildungseinrichtungen und der Zivilgesellschaft.

Lisa Herrmann von Fairtrade Deutschland gab während der Fachtagung erstmals die Kriterien bekannt, die ein Bundesland erfüllen muss, um den Titel "Fairtrade-Bundesland" zu erhalten. Blieskastel und St. Ingbert wurden als neue saarländische Fairtrade-Städte ausgezeichnet. www.faires-saarland.de. Im Laufe des Jahres kamen weitere Gemeinden und Landkreise (Kirkel, Saarlouis) hinzu. Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Saar wurde im September zweite Fairtrade-University im Saarland. Auch in der Großregion Saar-Lor-Lux wurde u.a. an der Hochschule ENSAIA in Nancy die Kooperation weitergeführt.

Im Mai gab es im Koalitionsvertrag der saarländischen Landesregierung -  unter dem Punkt ‚11 Entwicklungszusammenarbeit‘ zum Fairen Engagement – folgende Grundsatzerklärung:

„Wesentliche der im Saarland vorhandenen Schwerpunkte und Kompetenzen liegen in den Bereichen „Globales Lernen“ und „Fairer Handel / Nachhaltige Beschaffung.“ Wir haben mit fairer und nachhaltiger Beschaffung begonnen sowie globales Lernen und Bildung für nachhaltige Entwicklung bundesweit vorbildlich vorangebracht. Dies zeigt sich in der im bundesweiten Vergleich höchsten Anzahl fairer Schulklassen, die Universität des Saarlandes ist faire Hochschule und die Landeshauptstadt Saarbrücken ist Hauptstadt des fairen Handels. Diesen Weg wollen wir weitergehen: Das Saarland soll das erste faire Bundesland werden. Um dies zu erreichen, wollen wir die öffentliche Beschaffung nach und nach auf faire und regionale Produkte umstellen und global verantwortliche Bildungsarbeit weiter voranbringen.“ (S. 92)

Mit dem Titel „Faire Schulklasse“ wird von der Fairtrade Initiative Saarbrücken/Saarland das Engagement von Schulklassen und Kursen ausgezeichnet, die sich im Klassenverband im besondere Maße mit Fairem Handel beschäftigen: Themenaspekte des Fairen Handels im Unterricht behandeln und eine entsprechende Aktion durchführen. Über diese Tätigkeiten wird öffentlich berichtet, damit der Fairtrade-Gedanke so auch in der Schule und zu Hause verbreitet wird.

Mittlerweile gibt es im Saarland und bundesweit über 200 Faire Schulklassen. „Als erste Fairtrade-Stadt Deutschlands und amtierende Hauptstadt des Fairen Handels setzen sich immer mehr Menschen in der Landeshauptstadt für eine gerechtere Welt ein. Dabei ist es besonders wichtig, gerade die Kinder und Jugendlichen für den Fairtrade-Gedanken zu begeistern,“ so Oberbürgermeisterin Charlotte Britz. Im Saarland sind zehn Schulen als Fairtrade Schools http://www.faires-saarbruecken.de/faire_bildung/fairtrade_school ausgezeichnet. Auch die Faire-Kita und die entsprechenden Fortbildungen wurden weiter ausgebaut www.faire-kita-saarland.de.

Insgesamt drei Schulen und verschiedene Musiker brachten sich künstlerisch im Theaterprojekt „Kinderrechte fairstärken, Kindersklaverei verhindern“ ein, das mehrmals aufgeführt wurde.

Die Landeshauptstadt, die seit 2015 die bundesweite Auszeichnung Titel „Hauptstadt des Fairen Handels“ inne hatte, hat den Titel in einer großen Feier mit SKEW/Engagement Global am 14. September an Köln weitergetragen (2. Neumarkt in der Oberpfalz, 3. Dortmund und Mainz, 4. QuattroPole Partnerstadt Trier) https://skew.engagement-global.de/wettbewerb-hauptstadt-des-fairen-handels.html

In vielen Workshops, Vorträgen und Diskussionen wurde das Thema des Fairen Handels und seine Kriterien behandelt: bei Floristen von Fleurop im Februar, auf Messen wie in Mainz „Faire Welten“ im März und bei der ersten Schülerakademie am 18.Oktober Saarbrücken. Im November war die faire Beschaffung von Arbeitsbekleidung Thema und Faire Trade-Aktionen waren auf den Solidaritätsbasaren in Saarbrücken und Nancy vertreten. (Auswahl)

Eine Ausstellung im Saarbrücker Rathaus im Oktober u.a. mit Skulpturen zum Theaterstück „Kinderrechte fairstärken, Kindersklaverei verhindern“ zeigte nochmal das vielseitige Engagement der vielen Akteure (u.a. Endlich Afrika, Hilfe für Ayacucho) im vergangenen Jahr, denen wir an dieser Stelle ein gut gelingendes neues und sich zum Fairen Handel hin entwickelndes Jahr 2018 wünschen.